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Eine essentielle Schnittstelle – das Kollegium der FH St. Pölten

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© FH St. Pölten | Das Kollegium der FH St. Pölten 
(sitzend 2. von rechts: Leiterin FH-Prof. Mag. Dr. Monika Vyslouzil)

Departments, Studierendenvertretung, Geschäftsführung – viele Systeme müssen tagtäglich zusammenarbeiten und viele Prozesse interaktiv funktionieren, um an der FH St. Pölten den Lehr- und Forschungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Doch eine essentielle Schnittstelle für die Gewährleistung dieser Arbeitsabläufe wird dabei – besonders von den Studierenden – häufig übersehen: das Kollegium. SUMOmag hat mit Kollegiumsleiterin Dr. Monika Vyslouzil gesprochen, um einen Einblick in diesen wichtigen Bereich der FH St. Pölten zu geben.

„Es ist eine Parallelwelt – das Kollegium bringt Dialog.“ 

Zwischen finanziellen Vorgaben und der Qualität in der Lehre bzw. Forschung kommt es oft zu Interessenskonflikten. Viele Ideen und Projekte können nicht umgesetzt werden, weil es den betroffenen Parteien häufig an Verständnis für ihr jeweiliges Gegenüber fehlt. 

Genau deshalb existiert an der FH St. Pölten das Kollegium. Bestehend aus Mitgliedern der Studiengangsleitungen, Studierendenvertretung, haupt- und nebenberuflichen Lehrenden und dem wissenschaftlichen Forschungspersonal, liegt das Ziel darin, die Qualität der Lehre zu fördern. Insgesamt ergibt sich daraus das 16-köpfige Gremium des Kollegiums. 

Die Wahl zur Leitung und Stellvertretung erfolgt durch eine Wahl in eben diesem Gremium auf Vorschlag der Geschäftsführung, was schlussendlich ein 18-köpfiges Team hervorbringt.

Durch verschiedene Ausschüsse, welche von Internationalisierung, Programmentwicklung bis hin zu Personalangelegenheiten reichen können, kann das Kollegium in allen Bereichen, die zu einer Verbesserung der Lehre an der FH St. Pölten beitragen agieren. 

Wird man dann auf Probleme oder Möglichkeiten zur Erhöhung der Qualität der Lehre aufmerksam, unterbreitet man der Geschäftsführung – als Vertreterschaft der Eigentümer – einen Vorschlag zur Umsetzung und Dialoge werden so zu einem zielorientierten Diskurs erweitert.

Dr. Monika Vyslouzil, Leiterin des Kollegiums, sieht eine besondere Situation darin, wie vielfältig die Qualitäten an der FH St. Pölten sind – mit zahlreichen verschiedenen Studienrichtungen. Dies bedeutet für sie, „gleichzeitig Chance und Schwierigkeit, da jeder seine Eigenheiten hat und es dadurch wichtiger denn je ist, gut zu kommunizieren und Kooperationen zu fördern.“ 

Ein weiterer Kernpunkt des Kollegiums besteht für sie darin, die Evaluierung der Lehrveranstaltungen zu fördern und ihr mehr Beachtung zu schenken. Mehrmals im Jahr werden dafür Reports und zusätzliche Berichte eingeholt, um Erkenntnisse zu erlangen, wie man das betroffene Curriculum bzw. andere Einflussfaktoren so adaptieren kann, dass die Qualität der Lehre verbessert wird. Besonders bei Veränderungen der Lehrinhalte gestaltet sich dies als komplizierter, als man vermuten würde. Dazu muss nämlich eine externe Akkreditierungsagentur erst überprüfen und bestätigen, dass die Inhalte immer noch der angestrebten Lehrdisziplin zuzuordnen sind. 

Eine Maßnahme, auf die Vyslouzil ebenfalls großen Wert legt, ist die „kollegiale Hospitation“. Hier werden Lehrende dazu angehalten, Kollegen mit in ihre Lehrveranstaltungen zu nehmen und den Ablauf zu analysieren. Bezüglich fachlichen Inhalten und/oder didaktischen Faktoren wird danach Feedback gegeben, um sich gemeinsam dabei zu helfen, bessere Lehre für die Studierenden zu gewährleisten. 

„Gute Lehre ist nur möglich, wenn laufend geforscht wird.“

Ein großes Anliegen des Kollegiums besteht darin, die wissenschaftliche Forschung der FH weiter voranzutreiben, um so zu garantieren, dass die Lehre auch mit aktuellen Trends und Entwicklungen mithalten kann. Heutzutage tauchen digitale Informations- und Kommunikationstechnologien, aber auch weitere, auch nicht unmittelbar mit Digitalisierung verbundene Phänomene blitzschnell auf: Hierbei gelte es sich – bei aller Sorgfalt und Kritik – stark in der Forschung und Lehre zu positionieren und als Motor bzw. Erklärungsrahmen zu wirken. Mit SKILL, der Abteilung für Fortbildung der Lehrenden, ist die FH St. Pölten laut Vyslouzil sehr gut aufgestellt, um eben diese Entwicklungschancen effektiv in die Lehre zu implementieren.

Vyslouzil ist selbst auch stark in der Forschung tätig, als Leiterin des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung. Es werden immer wieder auch internationale Projekte gestartet und bearbeitet, wie zum Beispiel die Erstellung von Referenzbudgets für Menschen an der Armutsgrenze in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen EU-Staaten. 

„Damals waren die Ängste noch groß.“

Vyslouzil war bereits in sehr jungen Jahren im Sozialbereich engagiert, was sich stark auf ihren weiteren Karriereweg auswirkte. Über die Ausbildung zur Sozialarbeiterin und der ersten Tätigkeit in einem Wiener Gefängnis und Projekte zur Reintegration von Menschen mit psychischen Erkrankungen kam sie schließlich zu dem Entschluss, zur Verbesserung gesellschaftlicher Probleme auf höherer Ebene beizutragen.

Mit dem darauf folgenden Studium der Soziologie und einem Praktikum in den USA, wo die Verhältnisse teilweise noch viel erschreckender waren als in Österreich, etablierte sich Monika Vyslouzil immer stärker im Sozialbereich und machte sich einen Namen. 

Der Hauptgrund für den späteren Gang in die Lehre war dann eher Zufall. „Ich kannte eine Menge Leute, die dachten, dass ich hierher gut passen würde.“ stellte sie fest. Schritt für Schritt ging der Weg dann von anfangs wenigen Stunden bis in die Vollzeittätigkeit. 

Erheblichen Anteil hatte sie dann daran, dass die damaligen Akademien für Soziale Arbeit aufgelöst, und Studiengänge an den Fachhochschulen in dieser Fachrichtung angeboten wurden. Dies führte sie auch direkt in die Leitung des ersten Studiengangs Soziale Arbeit hier an der FH St. Pölten. 

Das Kollegium der FH St. Pölten wird durch Monika Vyslouzil als Leiterin absolut bereichert, denn sie besitzt ohne Zweifel eine der wichtigsten Fähigkeiten, die diese Position benötigt: Zukunftsorientierung. Denn ohne stetiges Verbessern der Lehre, zielgerichtete Forschung und der Implementierung neuer technologischer Möglichkeiten kann sich unsere Gesellschaft langfristig nicht weiterentwickeln.