„Freunderlwirtschaft“ oder Qualitätsarbeit?
Text: Lukas Pachoinig & Tobias Zehentner | Fr 04. Mai 2012

Zwei Kenner der Kommunikations- und Mediabranche verraten in einem Interview Tipps für den erfolgreichen Jobeinstieg, welche Bedeutung Kontakte in der Branche haben und was in Zukunft an Bedeutung gewinnt beziehungsweise verliert.
Wir haben für euch Ratschläge und Antworten bei DI Gerhard Andraschko, Designer und CEO der Salzburger Design- und Werbeagentur LINIE3 und Mag. Franz Hölzl, Leiter der Marketing Abteilung der Firma KAINDL eingeholt. Die Agentur LINIE 3 hat bei der diesjährigen Verleihung des Salzburger Landespreises mehrmals abgeräumt, unter anderem den ersten Platz in der Kategorie „Grafik-Design“ mit dem Projekt „Holz in seiner feinsten Form“ im Auftrag der Firma Kaindl. Worauf es in der Branche nach Meinung der beiden ankommt und welche Zukunftsprognosen Sie abgegeben, haben wir für dich herausgefunden.
SUMO: Sie haben beim Salzburger Landespreis 2012 mehrere Preise in verschiedenen Kategorien erhalten. Welchen Stellenwert rechnen sie generell solchen Preisen zu?
ANDRASCHKO: Solche Preise kann man hauptsächlich als Bestätigung für gute Arbeit und für ein gutes Zusammenspiel zwischen Kunde und Agentur sehen. Außerdem tragen sie zur Steigerung der Bekanntheit bei. Indirekt kann es sich auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnen. Zum Beispiel ist die Firma Kaindl im Zusammenhang mit einem Preis auf uns aufmerksam geworden. Die Freude über solche Preise ist groß, gerade im Bereich Design steckt oft viel Emotion dahinter.
HÖLZL: Als Auftraggeber sehe ich den Preis in erster Linie als Auszeichnung für die Agentur. Es Bestätigt aber meiner Meinung nach natürlich auch die gute Zusammenarbeit. Ein weiterer Aspekt im Bezug auf den Nutzen solcher Auszeichnung ist, dass diese auch für Qualität stehen, und Qualität hat bekanntlich seinen Preis.
SUMO: Würden Sie Studenten empfehlen, bereits während ihrer Ausbildung an Wettbewerben wie zum Beispiel den Young Lions teilzunehmen?
ANDRASCHKO: Ja, auf jeden Fall! Solche Bewerbe sind spannend und dienen als Ansporn sich Herausforderungen zu stellen. Außerdem sieht man, wo man im Vergleich zu anderen steht.
SUMO: Bei Veranstaltungen wie der Nacht der Werbung werden oft auch Kontakte geknüpft. Wie wichtig sind „Connections“ in der Kommunikationsbranche?
ANDRASCHKO: Gerade In meinem Bereich, wo es um Gestaltung und Design geht, sind gute Kontakte sehr wichtig. Vor allem der persönliche Kontakt zu Kunden, den man bei solchen Veranstaltungen hat, ist wichtig um Vertrauen aufzubauen. Ich finde, man darf solche Kontakte aber auch nicht überbewerten, im Vordergrund steht bei uns die Qualität der Arbeit und wir fokussieren uns nicht nur darauf neue Kontakte zu knüpfen.
HÖLZL: Solche Veranstaltungen dienen natürlich dazu, neue Leute kennenzulernen und alte Kontakte zu pflegen. Als Auftraggeber sind Preisverleihungen wie die Nacht der Werbung auch sehr interessant, da man Projekte sieht und dadurch eventuell auf Agenturen aufmerksam wird mit denen eine Zusammenarbeit entstehen könnte.
SUMO: Haben Sie bereits während Ihrer Studienzeit Kontakte geknüpft?
HÖLZL: Während der Ausbildung lernt man viele Leute kennen, egal ob Studienkollegen, Firmenkontakte oder beim Praktikum. Ich habe meine Kontakt damals nicht mit dem Hintergedanken geknüpft, dass sie mir zum Beispiel beim Berufseinstieg helfen könnten. Connections die man im Studium bekommt mit einem Zweck zu versehen wäre meiner Meinung nach komisch. Es ist eher so, dass man im späteren Berufsleben manchmal auf alte Verbindungen und Freundschaften aus der Ausbildungszeit zurückgreift. 
ANDRASCHKO: Ja ich habe auch während meines Praktikums Verbindungen hergestellt, allerdings finde ich, dass es wichtiger ist, mit vollem Einsatz beziehungsweise Begeisterung bei der Sache zu sein. Egal ob als Kommunikationsberater oder als Designer, ich glaube man sollte mit Herzblut bei der Sache sein, denn so etwas spricht sich auch herum.
SUMO: Welche Tipps würden Sie Leuten, die in der Kommunikationsbranche erfolgreich werden wollen, mitgeben?
HÖLZL: Wichtig ist, dass man seinen Job gerne macht. Wenn jemand nicht mit Freude dabei ist, merkt man das sofort.
ANDRASCHKO: Man sollte das Studium dafür nützen sich selbst besser kennenzulernen, viele Sachen ausprobieren und die eigenen Stärken finden. Ich finde, es ist besser sich auf etwas zu spezialisieren, das man wirklich gern macht und nicht alles so halbwegs zu können. Unsere Agentur hat sich von Anfang an auf Editorial Design und Corporate Design spezialisiert und diese beiden Bereiche sind bis heute unsere Streckenpferde.
SUMO: Wie sieht es Ihrer Meinung nach in der Zukunft mit folgenden Punkten/Bereichen aus? Was gewinnt für Agenturen und deren Kunden an Bedeutung und welche Punkte verlieren?
Erklärung: ↑ wird wichtiger; ↓ lässt nach; → gleich bleibend
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Bereich |
Andraschko | Hölzl |
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von Lukas Pachoinig und Tobias Zehentner
