Auslandssemester in Finnland – Ein Interview
Text: Nicole Krischker | Di 22. Mai 2012
Während sich viele junge Menschen für ein angenehm warmes Land wie Spanien oder Frankreich entscheiden, um dort für einige Monate zu studieren, hat sich Wolfgang Reidlinger (26) für ein Auslandssemester im kalten Finnland entschieden. Beim SUMO-Interview spricht er über seine Zeit im Land der Rentiere und hohen Minusgrade.
SUMO: In welchem Semester befindest du dich gerade?
Wolfgang: Ich studiere im 2. Semester des Master-Studiengangs Information Security.
SUMO: Wann und wo genau in Finnland warst du?
Wolfgang: Ich war im Wintersemester 2011 in Rovaniemi, in Nordfinnland. Angefangen habe ich dort im August 2011 und geplant war bis Mitte Dezember, doch dann habe ich bis Ende Jänner 2012 verlängert.
SUMO: Wieso hast du dich gerade für Finnland entschieden?
Wolfgang: Ich wollte irgendwo studieren, wo nicht jeder hingeht. Und wichtig war mir auch, dass man schnell raus aus der Stadt kommt und wo es ruhiger ist.
SUMO: Wo hast du dort gewohnt?
Wolfgang: Die ersten Monate habe ich in einem Studentenwohnheim gelebt. Danach bin ich in eine andere Unterkunft gezogen, die näher bei meinen Freunden und der FH war.
SUMO: Wie weit war die Unterkunft von der FH entfernt?
Wolfgang: Ich bin mit dem Rad dorthin immer zirka 15 Minuten gefahren. Somit habe ich mir das Busticket erspart und gleichzeitig Bewegung gemacht.
SUMO: Welche Unterschiede konntest du zwischen der FH in Finnland und in St. Pölten erkennen? Zum Beispiel beim Lernaufwand und den Wochenstunden?
Wolfgang: In Finnland ist alles ein bisschen lockerer, es werden viel mehr Pausen gemacht und es herrscht weniger Stress. Ich hatte auch viel weniger Wochenstunden, mehr Online-Kurse und weniger Lernaufwand. Da ich einige Kurse des Bachelorstudiengangs belegt habe, war vieles auch Wiederholung.
SUMO: Wie hat die Anrechnung der Kurse funktioniert?
Wolfgang: Ich habe im Vorhinein alles mit meinem Studiengangsleiter besprochen und eine Liste mit den angebotenen Kursen bekommen, die ich mir dann ausgewählt und zusammengestellt habe. Teilweise waren Kurse dann plötzlich doch nicht verfügbar und ich musste alles vor Ort regeln. Doch insgesamt war alles bereits im Vorfeld mit dem Studiengangsleiter geregelt.
SUMO: Gab es Anfangsschwierigkeiten und Gewöhnungsbedarf mit der Sprache oder dem Essen?
Wolfgang: Mit der Sprache überhaupt nicht, weil in Finnland die meisten sehr gut Englisch sprechen. Das Essen war eine sehr positive Überraschung. Es gab
eine Mensa, in der man ein Menü für nur 2,50 € erhielt. Vor allem Meatballs sind dort sehr beliebt. Doch das Menü hat sich sehr oft wiederholt.
SUMO: Was hast du in deiner Freizeit gemacht?
Wolfgang: Ich war sehr oft in der Kletterhalle und habe mich mit den anderen dort angefreundet. Wir waren auch Skifahren und Wandern in Schweden und Norwegen. Manchmal haben wir abends auch gemeinsam gekocht.
SUMO: Waren auch andere Auslandstudenten dort?
Wolfgang: Ja, es gibt eine Uni und eine FH und insgesamt waren sicher 100 bis 200 Exchange Students dort. Anscheinend ist dieses Gebiet sehr beliebt.
SUMO: Hältst du heute noch Kontakt zu deinen Freunden von deiner Zeit in Skandinavien?
Wolfgang: Ich war kürzlich bei einer Tirolerin, die ich von Finnland kannte. Es waren zu der Zeit auch gemeinsame finnische Freunde in Tirol und wir haben uns natürlich getroffen.
SUMO: Hast du auch Finnisch gelernt und möchtest du wieder einmal das Land bereisen?
Wolfgang: Nein, bis auf ein paar Kraftausdrücke habe ich leider nichts gelernt. Ich würde schon wieder gerne wieder einmal nach Finnland, aber nicht in nächster Zeit. Da sind andere Ziele interessanter.
SUMO: Hast du den Schritt, ein Auslandssemester zu machen, bereut?
Wolfgang: Überhaupt nicht. Und ich kann jedem nur empfehlen, auch eines zu machen.
Unter www.wofgangreidlinger.at gibt es mehr Infos und Fotos zu Wolfgang Reidlinger. Auch über seine Ausflüge und Erlebnisse in Finnland, Schweden und Norwegen wird dort berichtet.
Infos zu den Partnerhochschulen der FH St. Pölten findest du unter www.fhstp.ac.at/international.
von Nicole Krischker
