Chucks forever
Text: Bettina Bauer | So 06. Feb 2011
Egal ob schwarz-weiß getupft, rot-grün kariert, bunt gestreift, in Leder, mit Blumen oder Totenköpfen bedruckt oder einfach nur einfarbig gelb, blau oder lila. Jeder kennt sie, fast jeder liebt sie und sie dürfen in keiner Schuhsammlung fehlen: die Chuck Taylor All Stars.
Die trendigen Freizeitschuhe mit der Gummisohle und dem bunten Leinengehäuse sind aber keine Erfindung der letzten Jahre. Schon im Zeitalter von Beatles und Woodstock waren die All Stars der letzte Schrei. Dabei reicht ihre Geschichte noch viel weiter zurück. Nämlich ins Jahr 1908.
Ein Mann schreibt Schuh-Geschichte
Damals gründete der clevere Geschäftsmann Marquis M. Converse in Massachusetts, USA, eine Schuhfirma, die sich auf die Herstellung von Basketballschuhen spezialisierte. Zehn Jahre später entwickelte Converse‘s Firma, die Converse Rubber Shoe Company, den Schuh, dessen Stil und Design sich in fast 100 Jahren nicht viel verändert hat. Auch wenn die Farbpalette der heutigen All Stars alle Farben des Regenbogens beinhaltet, war das Ursprungsmodell schlicht schwarz und eigentlich nur für den Einsatz am Basketballfeld gedacht. Anfang der 1920er Jahre begann der damals sehr bekannte Basketballer Chuck Taylor für seinen Sport und die dazugehörigen Schuhe zu werben. Sie wurden untrennbar mit ihm in Verbindung gebracht und so wurde bald darauf ein Logo mit Chuck Taylors Unterschrift auf die All Stars genäht. Daher kommt die heutige Bezeichnung „Chuck Taylor All Stars“ und die liebevolle Abkürzung der Fans „Chucks“. Dass dieser Schuh zum Trend wird konnte man erstmals 1936 erkennen, als die US-amerikanische Basketballmannschaft Olympiagold holte – natürlich in den Chuck Taylor All Stars.
Nicht nur für Stars
Der Hype um die „Chucks“ ist seit damals fast ungebrochen. Auch zahlreiche Firmenübernahmen, der Einstieg in andere Sportarten und der Ausbau des Segments der Firma Converse konnten die Beliebtheit des ursprünglichen Modells keinen Abbruch tun.
Im Laufe der Jahre zeigten auch viele Stars ihre Liebe zu den All Stars Schuhen. Von Elvis Presley über James Dean bis hin zu Mick Jagger und Kurt Cobain: Sie alle repräsentierten Authentizität und Freigeist und sie alle taten es gerne in den Schuhen von Converse.
Egal ob Hippie oder Grufti, Öko oder Emo, Punk oder Rocker, jede Szene hat ihre Markenzeichen – aber eines haben ihre Anhänger gemeinsam: Chucks an den Füßen. Durch die ganz verschiedenen Muster- und Farbvarianten und das individuelle Bemalen und Verzieren durch die einzelnen Besitzer werden die Schuhe auch Ausdruck der jeweiligen Persönlichkeit der Träger.
Erfolgreich seit mehr als 100 Jahren
Seit 2003 ist die Marke Converse im Besitz von Nike und die Produktion findet schon längst nicht mehr in den USA, sondern in Billiglohnländern wie China statt. Auch diese Fakten tun dem Hype keinen Abbruch. Der All Star wurde weltweit über 750 Millionen Mal verkauft und gilt inzwischen als der bekannteste Sportschuh der Welt.
Auch wenn die Chucks oft nach kurzer Tragdauer schon zerschlissen und abgewetzt sind, werden sie von ihren Besitzern noch mehr geliebt. Denn sie erzählen Geschichten von lauen Sommerabenden am Lagerfeuer und verregneten Festivals, von der ersten Liebe und vom letzten Rausch.
Das Leben ohne die Lieblingschucks ist wie ein Leben ohne besten Freund, denn beide lassen einen niemals in Stich, man muss sich nie für sie schämen und sie bringen Farbe ins Leben.
Tipp für alle Chuck- Fans: www.chucksconnection.com
