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Freitag: Recycelte Taschen

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Die bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte der Freitag-Taschen begann vor circa 16 Jahren in einer Wohngemeinschaft im Herzen der Schweiz, genauer gesagt in Zürich. An diesem Tag hatte der Grafik-Designer Markus Freitag eine geniale Idee, welche schon wenig später Kultstatus erreichen sollte.

Markus hatte sich aus einem nahe gelegenen Industriegebiet ein ausgedientes Stück LKW-Plane besorgt. Nach dem Waschen in der Badewanne lag es nun, zwischen Matratze und Stereoanlage ausgebreitet, in Markus‘ Zimmer. Er begann Schnittmuster auf die Plane zu zeichnen. Kurze Zeit später nähte er daraus eine Tasche. Anfangs noch skeptisch wegen des „Nähticks“ seines Bruders ließ sich auch Daniel Freitag wenig später vom „Taschenfieber“ anstecken – ganz zum Leidwesen des dritten Mitbewohners. Denn von nun an stand die Nähmaschine nicht mehr still. Im Gang türmten sich Kisten mit alten LKW-Planen, benutzten Fahrradschläuchen für den Saum und Sicherheitsgurten für die Trageriemen. So war sie geboren, die Firma Freitag.

Individual made in Zürich

Heute erfreuen sich die Taschen aus der Schweiz großer Beliebtheit und sind weltweit in über 350 Shops erhältlich. Populär sind sie nicht nur wegen ihrer Robustheit, sondern auch wegen ihrer Individualität – jede Tasche ist ein Unikat.

Schon längst reicht das Wohnzimmer der Brüder Freitag nicht mehr aus, um der immer größer werdenden Nachfrage gerecht zu werden. So findet die Produktion der Freitag-Taschen heute in der eigenen Werkshalle bei der Züricher „Hardbrücke“ statt. Dort werden die ausgedienten Planen von den LKWs abgezogen. Nach dem Ausbreiten der Planen in der Halle geht es an den Grobbeschnitt. Hierbei werden unter anderem die Metallösen entfernt, welche zuvor zur Befestigung am LKW gedient haben. In tragbare Stücke zerlegt wandern die Planen in die Wäscherei – denn eine dreckige Tasche kommt den Brüdern Freitag nicht in die Tüte. Riesige Industrie-Waschmaschinen verrichten dort ihre Dienste. Frisch getrocknet geht es in den Feinschnitt. Designer bestimmen die Schnittmuster. Dabei legen sie großen Wert auf einen individuellen Look. Die fertigen Zuschnitte verlassen nun die Werkshalle. Nähereien in Frankreich, Portugal und Tunesien vereinen die Einzelteile mit den Sicherheitsgurten und den Fahrradschläuchen zur fertigen Tasche. Auch in einer Schweizer Werkstatt für Menschen mit besonderen Bedürfnissen wird fleißig genäht.

Auf zum Fotoshooting

Für die fertigen Taschen geht es wieder zurück nach Zürich, wo sie einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen werden. Bevor sie die Werkshallen endgültig verlassen, werden sie einzeln fotografiert. Aus diesen Bildern entsteht ein Index, welcher an die Außenseite der Verpackung kommt. Jetzt sind die Taschen bereit für den Versand. Derzeit umfasst das Angebot der Firma Freitag über 30 Produkte: Taschen in vielen Größen und Formen, Geldbeutel, Laptop-Taschen, iPod-Taschen, iPhone-Taschen und viele mehr.

Ausgezeichnete Arbeit

Ihrer Kreativität und Innovation verdanken die Gebrüder Freitag viele hochgradige Auszeichnungen, darunter der Schweizer Design-Preis 1997. Nicht nur die Juroren waren begeistert, auch an der FH St. Pölten erfreuen sich die Taschen großer Beliebtheit. „Die Taschen schauen einfach cool aus und nebenbei sind sie noch super robust“, meint Medientechnikstudentin Clara (21) aus Baden. Bei den männlichen Studenten sind die Taschen ebenso hoch im Kurs. Medientechnikstudent Matthias (24) aus Wien „findet es klasse, dass jede Tasche ein Unikat ist.“ Begeistert zeigten sich auch die Verantwortlichen des Museums of Modern Art (MoMA) in New York – sie nahmen im Jahr 2003 das Modell „Top Cat“ in ihre Designsammlung auf.

Weitere Infos und einen Storelocator findest du unter www.freitag.ch

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