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Swedish Dreams - kleine Auszeit bei Ikea

IkeaLampe_morguefile.com_jboticar_Auszeit gefällig? Aber knappes Budget und Flugangst machen einen Urlaub unmöglich? Dann auf in einen der sieben österreichischen IKEA-Stores, denn dort gibt es Schweden-Feeling pur. Ich mache nach einer anstrengenden Uni Woche einen Kurztrip zum IKEA Wien Nord, um meine Batterien wieder aufzuladen.




Wohnträume und Traumwohnungen

Mit klopfendem Herzen betrete ich die Eingangshalle. Schnell meinen Mantel im Schließfach verstauen und auf geht die Entdeckungsreise. Ich steuere auf eine nachgebaute 35m² Wohnung zu. Die Menge an Stau- und Lebensraum, die IKEA für diese winzige Wohnung geplant hat, ist beachtlich. Als ich aus dem Fenster der Wohnung blicke, sehe ich einen Korb voller Laptophalter. Nie wieder brennend heiße Oberschenkel, wenn ich mit dem Laptop im Bett arbeite – den muss ich haben! Begeistert schnappe ich mir einen Bräda und ziehe weiter. Die skandinavisch klingenden Namen der Produkte gehen alle auf schwedische Ortsnamen, Vornamen, Berufe, Blumen, Seen und Tiere zurück. Ein sehr bekannter Artikel ist das Regal „Billy“, welches seit 1981 in den unterschiedlichsten Farben und Varianten in vielen Haushalten weltweit vertreten ist. Das Sofa Klippan ist seit 1978 im Sortiment und gilt noch immer als trendy. Die größte Haushaltsmöbelmarke der Welt hat auch ganze Küchen in ihrem Sortiment. Ich befinde mich gerade in der  Faktum/Lidingö und sehe schon meine zukünftigen Kinder und meinen Mister Perfect um den Küchentisch sitzen. Vor meinem geistigen Auge nehme ich die mit leckerem Eintopf gefüllten Skänka und Annons vom Herd, als mich ein anderer Kunde versehentlich anrempelt. Von meinen Tagträumen erwacht mache ich mich schön langsam auf in das IKEA Restaurant, schließlich lässt man sich im Urlaub ja verwöhnen. Mein Weg bringt mich vorbei an einem Poster mit der blau-gelben schwedischen Flagge. Dass IKEA aus Schweden stammt ist ja weitgehend bekannt, aber ich frage mich, woher kommt eigentlich der Name? Und wie ist IKEA so erfolgreich geworden?

Eine Erfolgsgeschichte

Alles begann im kleinen Rahmen in einem winzigen schwedischen Dorf, wo 1943 der junge Unternehmer Ingvar Kamprad sein Geschäft für diverse Konsumgüter eröffnete. Der Name des Unternehmens setzte sich aus den Anfangsbuchstaben seines Namens, den Namen des elterlichen Bauernhofs Elmtaryd und dem des Heimatdorfes Agunnaryd zusammen. Kamprad erkannte schon bald die Marktlücke bei Versandmöbeln und verschickte Einrichtungsgegenstände zu den Landwirten in der Umgebung. 1958 eröffnete das erste IKEA-Möbelhaus in Schweden und der Produktkatalog mit Bildern komplett eingerichteter Räume wurde zum Markenzeichen des Unternehmens. Um die Kosten niedrig zu halten, führte IKEA den Selbsttransport der Kunden ein. Nur durch einen Zufall gibt es den Lagerzugang für Kunden. Da man den vielen Bestellungen in den Anfangsjahren nicht Herr wurde,  ließ Kamprad alle Lagerräume für die Kunden öffnen. IKEA entwickelt seine Produkte auch heute noch in Schweden, lässt aber in Billiglohnländern produzieren, um den Kunden die niedrigen Preise anbieten zu können. Dies stößt immer wieder auf heftige Kritik. Seit 1997 vertreibt IKEA unter dem Namen BOKLOK auch Fertigteilhäuser. Die Bank Ikano ist ein unabhängiger Konzern, gehört aber auch zum Eigentum des IKEA Gründers Kamprad.

Heute ist IKEA ein multinationaler Konzern und in 38 Ländern vertreten. 2010 wurde rund 23 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Eigentümer von IKEA ist die Stiftung „Stichting INGKA Foundation“, in deren Aufsichtsrat der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad vertreten ist. Firmensitz ist in den Niederlanden. Das größte Möbelhaus befindet sich in Stockholm und hat eine Gesamtfläche von 55 200 m². Der erste IKEA in Österreich wurde 1977 in Wien eröffnet und das Zentrallager für Mittel- und Osteuropa in Wels ist die größte Lagerhalle Mitteleuropas.

Entspannung zwischen Ektorp und Läckö

Doch diese Informationen interessieren mich nicht mehr, wenn mir der Geruch von Köttbullar (Fleischbällchen) in die Nase steigt. Ich eile zur Essensausgabe und wenig später schlemme ich genüsslich das traditionelle Gericht, während ich vor Großaufnahmen nordischer Landschaften sitze und von meinem Schwedenurlaub träume. Schnell noch mit meiner IKEA-Family Card einen gratis Kaffee abholen und dann geht es mit vollem Magen wieder ab in den Ausstellungsbereich. Dort mache ich es mir auf Ektorp gemütlich und sehe den Leuten, von meinem im schwedischen Landhausstil nachgebauten Wohnzimmer aus beim Einkaufen zu. Ich habe mich noch immer nicht für Souvenirs für die Lieben zuhause entscheiden können und mein Kurzurlaub in der IKEA-Filiale geht schon wieder dem Ende zu. Entspannt lehne ich mich zurück und stelle mir die Frage: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“

Bild: Die Produkte von Ikea sind modern und preiswert, hier die Standleuchte Duderö

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