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Text: Bettina Bauer | So 03. Apr 2011
Die Internetseite Craigslist, auf der Privatpersonen gratis verschiedenste Anzeigen schalten können, gehört zu den acht meistbesuchten englischsprachigen Websites weltweit. Dabei kommt das Unternehmen ganz ohne Werbung und Marketing aus. SUMO stellt euch das Phänomen Craigslist näher vor.
Revolution am Anzeigenmarkt
Wer heute Kleinanzeigen schalten möchte, muss nicht mehr teures Geld in Zeitungsannoncen investieren, sondern kann das ganz bequem und billig auf Craigslist tun. Arbeitgeber inserieren Jobangebote, Makler ihre Immobilien und Privatpersonen können Dinge kaufen oder verkaufen, mieten oder vermieten, suchen oder finden. Unternehmen zahlen dafür eine Gebühr, die aber wesentlich geringer als die üblichen Sätze für Zeitungsanzeigen ist. Für Privatpersonen ist der Service gratis. Die Anzeigen sind nach Städten geordnet, damit der Nutzer sich nicht unnötig durch Angebote aus fernen Städten wühlen muss.
Die Liste des Mr. Newmark
1995 gründete der US-Amerikaner Craig Newmark einen E-Mail Newsletter mit Veranstaltungshinweisen. Später kamen Joblisten und Kaufe/Verkaufe-Listen hinzu. Als die Menge der Listen den Rahmen eines Newsletters sprengte, transformierte Newmark seinen Newsletter in eine Homepage. Bis 1999 hat er diese in seiner Freizeit von zuhause aus geführt. Danach wurde Craigslist offiziell zu einem Unternehmen mit Sitz in San Francisco und 23 Angestellten. Einen Businessplan und eine Unternehmensstrategie hat es nie gegeben. Da Unternehmensführung nicht Newmans Stärke ist, hat er nach einem Jahr den Posten des CEO an Jim Buckmaster abgegeben und ist jetzt im Kundenservice des Unternehmens tätig. An einen Verkauf oder Börsengang denkt er nicht, einige der Mitarbeiter haben jedoch Anteile an Craigslist. Einer der MItarbeiter hat seine Firmenanteile an eBay verkauft, was zwar nicht erwünscht war, Newmark aber nicht weiter störte.
Erlöse und Marketing
Was den Craigslist Gründer gestört hat, wenn er eine Website besuchte, waren die vielen Banner und Werbeanzeigen. Darum wird auf seiner Website gänzlich darauf verzichtet. Das Unternehmen finanziert sich rein aus den Erlösen des Anzeigengeschäfts. Marketing und PR werden auch nicht betrieben. Craigslist verbreitet sich rein durch Mundpropaganda und das mit beachtlichem Erfolg: Mit 40 Millionen Besuchern und mehr als 12 Millionen neuer Anzeigen monatlich in den USA gehört Craigslist zu den 8 meistbesuchten Seiten der USA.
Craigslist erobert die Welt
Craigslist findet man in Ländern auf allen Kontinenten und die Zahl der Städte, in denen man Anzeigen auf Craigslist finden kann, wächst ständig. Mehr als 700 Städte weltweit werden von dem Onlineservice bedient und auch in Europa findet das Konzept immer mehr Gefallen.
Auch Österreich ist mit seiner Hauptstadt Wien auf Craigslist vertreten. Eine Nutzerin von Craigslist ist Bianka B. (19), Studentin aus Wien. „Eine Austauschstudentin hat mich auf die Internetseite aufmerksam gemacht, als ich auf „JobWohnen.at“ lange keine WG gefunden habe. Leider ist die Auswahl an Anzeigen noch nicht so groß wie in den USA und ich habe keine passende Wohnung gefunden. Die Seite ist aber sehr übersichtlich und unkompliziert gestaltet und daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis Craigslist auch in Österreich noch mehr Nutzer findet.“
Bist du gerade auf der Suche nach einer neuen Stehlampe oder möchtest dein altes Sofa verkaufen? Dann versuche es einmal auf www.craigslist.org
