"Spread the wings of tolerance"
Text: Nadine Mittermüller | Mo 16. Mai 2011
Unter diesem Motto fand am 21. Mai in Wien der alljährliche Life Ball statt. Er ist die größte Benefizveranstaltung Europas, bei der für HIV-Positive und für an Aids erkrankte Menschen gespendet wird. SUMO nimmt dies zum Anlass, um über die Krankheit und die Neuigkeiten im Kampf gegen sie zu berichten.
Informiertheit = Vorsicht und Schutz?
Der Life Ball rückt das Thema Aids wie jedes Jahr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Heuer wurde der Life Ball zum 19. Mal veranstaltet. Die Krankheit Aids ist um elf Jahre älter. Vor 30 Jahren, genauer am 1. Dezember 1981 wurde Aids als Krankheit anerkannt. Damals wussten die Menschen nur wenig über sie und hatten deshalb auch große Angst vor den Infizierten, die zu Beginn vor allem Schwule waren. Heutzutage wissen die Menschen besser über Aids Bescheid. In Österreich wurde dies etwa durch den offeneren Umgang mit der Krankheit und vor allem durch die Vielzahl an Informationskampagnen und -veranstaltungen erreicht. Trotz dieser Entwicklung gibt es immer noch gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen, welche die Diskriminierung und Stigmatisierung von HIV-Positiven und an Aids erkrankten Menschen fördern. Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung weiß über die Krankheit, die Infektionsmöglichkeiten und den Schutz vor ihr Bescheid. Dennoch gibt es viele Menschen, die sich äußerst unvorsichtig verhalten, wenn sie etwa keine Kondome beim Sex benutzen.
Wie infiziert man sich?
Man infiziert sich, indem Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalflüssigkeit, Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, Muttermilch oder Präejakulat einer mit dem Virus infizierten Person in den eigenen Körper gelangt. Am häufigsten erfolgt die Übertragung durch offene Wunden, Injektionen (vor allem beim Konsum von Drogen), Schleimhäute (Mund-, Nasen-, Anal- und Vaginalschleimhaut), die Eichel und die Innenseite der Vorhaut.
Nachweisbar ist eine Infektion fünf bis sechs Wochen nach der Risikosituation. Mit nahezu 100 prozentiger Sicherheit kann diese aber erst nach einer Frist von zwölf Wochen bestätigt oder widerlegt werden. Es dauert also sehr lange, bis feststeht, ob man den Virus in sich trägt und oftmals wissen Infizierte das gar nicht. Darum sollte man sich bei jedem sexuellen Kontakt schützen.
Schutz ist das A und O
Isabell Eibl, Leiterin der Abteilung Prävention der Aids Hilfe Wien, rät: „In einer Notsituation gilt es so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufzusuchen, jedenfalls aber innerhalb von 78 Stunden. Im Falle eines erhöhten Risikos, wie etwa ungeschützter Sex mit einem HIV positiven Partner, kann vom Arzt vor Ablauf der 78 Stunden die sogenannte PEP (Postexpositionsprophylaxe) verschrieben werden. Das ist eine einmonatige, vorbeugende Therapie, in Form von Tabletten, die eine Infektion verhindern soll. PEP ist aber keine Alternative zu einem vorbeugenden Schutz, dem Kondom.“
Medikamente gehören zum Alltag
Laut Isabell Eibl wird in Österreich etwa bei 500 Menschen pro Jahr HIV diagnostiziert. Der Anteil der Spätdiagnosen ist erschreckend hoch, da sich viele Leute zu spät testen lassen. Die Infektion bedeutet aber nicht, dass man krank wird. Bricht die Krankheit dennoch aus, bestehen sehr gute Chancen normal zu leben und alt zu werden. Dies kann durch die Kombinationstherapie (hoch aktive antiretrovirale Therapie = HAART) erreicht werden. Dabei handelt es sich um die Kombination von mindestens drei Medikamenten, die die Vermehrung des HI-Virus verhindern sollen. Die Einnahme geht häufig mit Nebenwirkungen wie Erbrechen und Leberbelastung einher. Die Medikamente sollen aber die Zerstörung des Immunsystems aufhalten und ermöglichen so, abgesehen von den Nebenwirkungen von den Arzneien, ein normales Leben.
Infektionsraten sinken weltweit
UNAIDS gibt bekannt, dass weltweit die Zahl der Neuinfektionen seit 1999 um 19 % gesunken ist. 1999 war das Jahr mit der höchsten Infektionsrate seit Auftreten der Krankheit.
Positive Entwicklungen sind in einigen afrikanischen Staaten wie etwa Südafrika zu bemerken, denn dort infizieren sich immer weniger Menschen mit dem unheilbaren Virus. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Situation dort ungefährlich ist, denn knapp 18 % der 14 bis 19 Jährigen sind infiziert. Im Gegensatz dazu steigt die Rate in einigen Staaten Nordamerikas und Mittel- und Osteuropas an. Vor allem in osteuropäischen Ländern wie Russland werden Injektionsnadeln zum Drogenkonsum von unterschiedlichen Personen wieder verwendet.
Positive Zukunftserwartungen
UNICEF setzt große Erwartungen in die Zukunft. Sprecher gaben bekannt, dass es möglich sei, bis 2015 die Übertragung des Virus bei der Geburt eines Kindes, dessen Mutter infiziert ist, vollkommen zu vermeiden. Dies soll durch den Einsatz von Medikamenten ermöglicht werden und stellt die Erreichung eines weiteren Meilensteins in der Aidsbekämpfung dar.
Keine Angst vor Beratung
Trotz der positiven Entwicklungen sollte das Thema Aids ernst genommen werden. Risikosituationen sollen vermieden werden. Fühlst du dich dennoch irgendwann unsicher, weil du glaubst dich infiziert zu haben, nimm Kontakt mit einer Beratungsstelle auf. Isabell Eibl erzählte SUMO, dass es in Österreich Ambulanzen und Schwerpunktpraxen gibt, die therapeutische Betreuung anbieten. Die Aids Hilfe und andere Organisationen bieten zudem auch psycho-soziale Unterstützung an. Natürlich kann die Beratung anonym in Anspruch genommen werden.
Beratungsstellen in deiner Nähe sind:
Sozialmedizinischer Beratungsdienst des Gesundheitsamtes der Stadt St. Pölten
DSA Christa Burger
Fachbereich Gesundheit
+ 43 27 42 333 25 14, +43 676 70 89 512
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Aids Hilfe Wien
Mariahilfer Gürtel 4
1060 Wien
+43 1 599 37
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Schutzpaket für die Schnellsten
Damit du dich auch schützen kannst verlost SUMO drei „Schutzpakete“ (das sind jeweils zehn Kondome), die von der Aids Hilfe Wien zur Verfügung gestellt wurden. So kannst du gewinnen:
Schreib eine E-Mail mit dem Betreff „Ich schütze mich“ an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. !
Beantworte darin folgende Frage: In welchem Jahrzehnt wurde Aids zum ersten Mal diagnostiziert?
Die drei Schnellsten von euch gewinnen. Also schreibt rasch eine E-Mail an uns.
