iNSTANT36 • Filmfestival für Jedermann
Text: Tobias Zehentner | Mo 02. Jul 2012
Aaaaand Action! iNSTANT36 ist ein Stegreif Filmfestival, welches von interessierten jungen Filmemachern im Jahr 2005 an der FH Salzburg ins Leben gerufen wurde. Welche Rahmenbedingungen mit der Teilnahme verbunden sind und wie das Filmfestival 2012 verlief, verriet Organisator Markus Lubej.
SUMO: Wie kam es zu iNSTANT36?
LUBEJ: In Salzburg gibt es das offene Filmforum Salzburg namens offscreen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der eigentlich dazu da ist, um Filmschaffende aus Salzburg und der Region zu vernetzen und den gemeinsamen Austausch zu fördern. iNSTANT36 ist ein Projekt, dass es seit 2005 gibt. Zu Beginn war es ein kleines Filmfestival an der FH Salzburg. Bis 2008 wuchs die Veranstaltung kontinuierlich, weitete sich auf Österreich aus und wurde von privaten Leuten organisiert. In den Jahren 2009 bis 2011 fand es Aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten nicht mehr statt. Seit heuer hat offscreen iNSTANT36 übernommen und gleichzeitig gab es einen Relaunch des Festivals.
SUMO: Wie sieht jetzt die Finanzierung seit 2012 aus?
LUBEJ: Da die Teilnahme kostenlos ist, finanzieren wir das Festival ausschließlich durch Förderungen von Stadt und Land Salzburg und zusätzlich haben wir verschiedene Sponsoren.
SUMO: Welche Voraussetzung muss man für das wiedereingeführte Filmfestival als Teilnehmer nun mitbringen?
LUBEJ: Am wichtigsten ist der Enthusiasmus und von unserer Seite wird bewusst gesagt, dass es ein offenes Stegreif Filmfestival ist. Grundsätzlich geht es darum, dass die Teilnehmer daran Spaß haben, innerhalb von 36 Stunden einen Film zu produzieren und Leidenschaft sowie Engagement im Vordergrund stehen. Schüler, Studenten, Pensionisten - egal wer mitmacht. Bei anderen Festivals zahlt man oft Teilnahmegebühren und professionelles Equipment ist meist eine Voraussetzung, damit man überhaupt eine Chance hat. Unser Festival ist da ein wenig anders aufgestellt - die Leute sollen was schaffen, kreativ sein, egal ob mit Handy Kamera oder mit super teurem Equipment. Für uns ist es auch wichtig, dass wir offen für alle bleiben und eine breite Zielgruppe erreichen.
SUMO: Wie ist der Relaunch 2012 verlaufen?
LUBEJ: Bei der Voranmeldung haben sich 90 Interessenten gemeldet. Diese bekamen das Thema und zusätzliche Information an einem bekannten Termin per Mail zugesendet, heuer war es ein Samstag um 10:00 Uhr vormittags. Ab diesen Zeitpunkt hatten sie dann 36 Stunden Zeit bis zur Abgabe ihrer Beiträge in den Landeshauptstädten oder Online. Durch die online Abgabemöglichkeit waren heuer auch die Länder Dänemark und Deutschland vertreten. Wirklich abgegeben wurden von den 90 Anmeldungen dann 45 und von diesen Kurzfilmen wurden 29 beim Screening in Salzburg dem Publikum gezeigt.
SUMO: Das heurige Thema war „Warte den Moment“- da gibt es viele Möglichkeiten dieses Thema umzusetzen - von der Leuchtturm Warte bis hin zum Auto warten. Warum wurde so ein breites Thema gewählt?
LUBEJ: Durch ein breites Thema spricht man auch die breite Masse an. Man kann sich damit tiefgründiger auseinander setzten oder eben im Sinne von "jemand wartet". Speziell die Siegerteams haben sich tiefgründiger überlegt, was es bedeutet, zu warten.
SUMO: Neben dem Thema wurde eine Kassette als Gegenstand vorgegeben, welche in dem Kurzfilm vorkommen musste. Ist das nur zur Überprüfung ob man den Film auch wirklich in den 36 Stunden erstellt hat?
LUBEJ: Klar überprüfen wir damit auch ob der Film wirklich in dieser Zeit produziert wurde. Aber wenn man will kann man in einem bereits bestehenden Kurzfilm etwas reinschneiden. Eigentlich geht es uns aber nicht darum, weil wir wissen, dass unsere Teilnehmer fair-use unterwegs sind. Der Gegenstand ist einfach eine nette Verbindung zwischen den gesamten Kurzfilmen.
SUMO: Mir ist beim Screening aufgefallen, dass sehr viele die Themen Tot und Liebe behandeln. Woher kommt das?
LUBEJ: Tot und Liebe sind die großen Klassiker im Drama sowie im Film und immer wiederkehrend. Interessant ist jedoch, das die abgegebenen Filme in Salzburg eine eigene Form hatten, eher mehr in Richtung Liebe. Bei den Abgaben in Wien hat das Thema Tod voll zugeschlagen: Ein Klischee - aber es hat sich erfüllt. (lacht)
SUMO: Lass uns zum Abschluss an deinen spontanen Gedanken teilhaben. Was fällt dir ein wenn du folgende Wörter hörst.
iNSTANT36 • (lacht) iSTANT36 macht aus einem Wochenende, wo man womöglich nur zu Hause herumliegt und in die Klotze starrt, ein Wochenende wo man aktiv ist und mit Leidenschaft etwas Einzigartiges produziert, das man später in der Klotze sehen kann.
Warte den Moment • Warte den Moment ist ein ironisches Zitat auf eine momentane Stimmung die in folgende Richtung führen soll: Nutze den Moment, mach was draus, dieses permanente "sei aktiv" und mach etwas aus deinem Leben.
Müdigkeit • Müdigkeit ist super, wenn man weiß, dass man zuvor was geschaffen hat.
2012 • Geht die Welt nicht unter (lacht)
2013 • Gibt es hoffentlich wieder ein iNSTANT36
Jurybewertung 2012
Platz 1: “Feel” von Sonnennacht Kuntergrau
Platz 2: “König der Welt” von Prizunik Filmfabrik
Platz 3: “Vaya con dios” von Herren der Freude
Lobende Erwähnungen:
“Spoiled Moments” von UntitledMovieProject
“Repair the Moment” von Raiders of the lost art
“Indirection” von Die Kloreichen 7
Weitere Information sowie die Jurybegründung finden Sie auf iNSTANT36 oder auf Facebook
Terminhinweis: Am 26.06.2012 findet das Future Shorts Salzburg Screening mit globalen Beiträgen in Salzburg statt. Nähere Infos auf der Homepage von offscreen .
von Tobias Zehentner
