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PETA attackiert Super Mario & Co

peta_huhnHeutzutage ist es keine Seltenheit, dass Videospiele von Politikern oder Erziehungsberechtigten als Ursache gesellschaftlicher Probleme angesehen werden. Doch dass sich eine Tierschutzorganisation über Computerspiele echauffiert, ist bislang eine Neuheit.




Die Tierschutzorganistation PETA ist für ihre möglichst polarisierenden Kampangen bekannt. Man erinnere sich beispielsweise an den umstrittenen Holocaust-Vergleich aus dem Jahr 2004, bei dem Bilder von Konzentrationslagerinsassen Fotos von Hühnern in Massentierhaltung gegenübergestellt wurden. Dieser Vergleich rief weltweit große Entrüstung hervor, da er den Massenmord an den Juden relativierte und Tierleid und Menschenleid gleichsetzte.

Derzeit entdeckt die Tierschutzorganistation offenbar das Medium der Videospiele und greift diese an, umso auf ihre Themen aufmerksam zu machen und so in die Schlagzeilen zu kommen.

Gewalt an Tieren anprangern und an Menschen tolerieren?

Rückblick 7. November 2011: In einer Pressemitteilung  kritisiert die Organisation die Gewalt gegenüber Tieren im kürzlich veröffentlichten äußerst populären Taktik-Shooter „Battlefield 3“. Stein des Anstoßes ist eine automatisierte Sequenz, in welcher der Spieler gezwungen wird eine Ratte zu töten um selbst nicht entdeckt zu werden.

PETA formuliert die Kritik in der Pressemitteilung folgendermaßen: „[…]dass man in dem überaus realistischen Computerspiel „Battlefield 3“ Tiere auf sadistische Art und Weise töten kann. So erhalten Spieler die Möglichkeit, einer Ratte mit einem Kampfmesser in den Rücken zu stoßen, um sie anschließend am Schwanz hochzuheben und ihren toten Körper dann wie Abfall beiseite zu werfen […]“ 

Das Paradoxe an dieser Kritik ist, dass PETA wie schon öfters das Leben von Tieren über das von Menschen stellt. So bleibt beispielsweise unerwähnt, dass das eigentliche Spielziel in „Battlefield 3“ wie bei  jedem anderen Kriegs-Shooter auch,  das gezielte und aktive Töten von virtuellen menschlichen Feinden ist. PETA erweckt mit dieser Aussage den Anschein, als hätte nur das virtuelle Töten von Tieren eine verrohende Wirkung auf den Spieler, das virtuelle Töten von menschlichen Gegnern wird in diesem Zusammenhang von der Organisation komplett außer Acht gelassen und toleriert.

Super Mario, ein Pelzliebhaber?

Das jüngste Ziel der Tierschutzorganisation ist das Spiel „Super Mario 3D Land“. Diesmal wird kritisiert, dass Super Mario, die Hauptfigur des Spiels, einen Pelz tragen kann, durch den es ihm ermöglicht wird  zu fliegen.
Dabei handelt es sich um den Pelz eines Tanuki-Marderhundes, welcher schon seit „Super Mario Bros. 3“ (1988) Teil der Spielserie ist. In Japan, woher auch das Spiel stammt, werden dem Tanuki besondere Kräfte  zugeschrieben, zudem gilt dieser als Meister der Verkleidung.

peta_marioPETA will mit dieser Aktion auf das Schicksal des Tanuki-Marderhundes aufmerksam machen, dessen Fell auch in der Realität für Pelze verwendet wird. Nintendo, Entwickler der Super Mario Spiele-Serie, wird vorgeworfen, die Botschaft zu vermitteln, dass das Tragen von Pelzen in Ordnung wäre. So wurde als Protest ein Flash-Spiel im Auftrag von PETA programmiert.

Darin läuft ein gehäuteter Tanuki-Marderhund einem mit blutüberströmten Fell bekleideten Super Mario hinter. Spielziel ist es diesen einzuholen, um sich das Fell wieder zurückzuholen.

Anscheinend ist PETA auch jeder noch so absurde Vergleich recht, nur um damit Aufmerksamkeit zu erregen. Man darf gespannt sein, was der Organisation als nächstes einfällt. Wie wäre es beispielsweise damit? Super Mario springt ebenfalls auf Pilze oder Schildkröten. Vielleicht denkt PETA, dass diese damit grausam getötet werden. Berücksichtigt man vergangene Aktionen, wäre es der Organisation durchaus zuzutrauen.

von Sebastian Seefischer

 

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