„Die Villa“ - Gruseln auf hohem Niveau
Text: Susanne Zechner | Fr 20. Jan 2012
Tim möchte seine Freundin Hannah überraschen. Geplant hat er einen besonderen Abend in einer noblen Villa mit einem romantischen Picknick. Ein harmonischer Abend im Kerzenlicht. Alles scheint perfekt zu sein, bis Hannah einen Zeitungsartikel findet und anfängt Fragen zu stellen.
Was so romantisch begonnen hat, endet mit Schockmomenten und einer überaus bösen Überraschung. Die unheimliche Atmosphäre, sowie die plötzlichen Wendungen, führen den Zuschauer für gut zehn Minuten in eine spannungsgeladene Welt und sorgen dabei für Gänsehaut.
Gruselfilmprojekt auf hohem Niveau

„Die Villa“ ist ein Filmprojekt des Studiengangs Medientechnik der FH St. Pölten. Bei dem Kurzfilm handelt es sich um einen Psychothriller, der im Rahmen des Freifaches „Spielfilm“ entstand. Aus der Vorgabe, ein paar wenige Szenen zu drehen, entwickelte sich letzten Endes ein kompletter Film.
Das 20-köpfige Team hat es in sechsmonatiger Arbeit geschafft, einen Film auf hohem Niveau zu drehen. Das Team bestand aus elf Medientechnikstudenten mit Schwerpunkt Audio- und Videoproduktion an der FH St. Pölten und neun freiwilligen Helfern. Wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt, war den Studentenn zu Beginn nur zum Teil bewusst. So wurden in der über 100tägigen Vorbereitungsphase ein Drehbuch verfasst, Storyboards gezeichnet, Schauspieler gecastet, Kameras getestet, ein passender Drehort und Sponsoren gesucht. Ein kompletter LKW voll Equipment wurde zum Drehort in der Nähe von Wien gefahren, die Ausleuchtung des Sets optimiert und die Verpflegung des kompletten Teams mittels Caterings sichergestellt.
„Man ist total aus dem Rhythmus“, so Regisseur Roland Holzer.

Da der Film am Abend spielt, wurde mit dem Aufbau und den Vorbereitungen für den Dreh täglich gegen 17.00 Uhr begonnen. Aufgrund des frühen Sonnenaufgangs endete dieser meist um 4.30 Uhr. Die drei anstrengenden und langen „Drehnächte“ zeigten den Studierenden, wie aufwändig ein Filmdreh sein kann.
Schlafmangel als Schattenseite des Projekts
Schlafmangel, unregelmäßiges Essen und übermäßige Koffeinzufuhr stellten die Schattenseiten des Projekts dar. Um Kosten und Zeit zu sparen, wurde nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht. Die Postproduktion wurde planmäßig Anfang Oktober fertiggestellt. Wichtig und schwierig dabei war es „objektiv zu bleiben“, so Holzer.
Die Filmpremiere am 22.10.2011 im Schikaneder Kino in Wien hat den Studierenden gezeigt, dass sich ihr Engagement und ihr tatkräftiger Einsatz gelohnt haben.
„Ich bin sehr stolz“, so Produktionsleiterin Cornelia Rammler.
Nach der Premiere war klar, dass das gesamte Team fantastische Arbeit geleistet hat.
Unterstützung auch durch Casting-Teilnehmerin

Die passende Villa wurde durch einen überaus glücklichen Zufall im Zuge des Castings gefunden. Frau Ostermann, eine Casting-Teilnehmerin unterbreitete den Studenten das Angebot, ihre Villa in der Nähe von Wien kostenlos für den Dreh des Films zu nutzen.
Die Nachbarn der Familie Ostermann bewiesen Toleranz, starke Nerven und Verständnis bezüglich der nächtlichen Dreharbeiten und dem damit verbundenen Lärmpegel. Da ein Filmdreh diverse Risiken mit sich bringt, wurde für die Drehzeit eine Versicherung in der Höhe von 750.000 € abgeschlossen.
Filmfestivals
Zu sehen gibt es den Film übrigens bei diversen Festivals. Das Making-Of gibt es auf Visualaddiction.
Eingereicht wurde „Die Villa“ unter anderem bei: Athens International Short Film Festival, Bamberger Kurfilmtage, Diagonale, International Random Film Festival und SSF London. Auch beim „shortfilmdepot“ soll „Die Villa“ hinterlegt werden, um noch weitere Film-Festivals zu erreichen.
von Susanne Zechner
