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DJ Funkydelic – „Nicht normale“ Musik

funkdelicAm 2. März 2012 hatte der Berliner DJ „Funkydelic“ einen Auftritt im Club 3 (im Cinema Paradiso St. Pölten). SUMO war hautnah dabei und nutzte die Gelegenheit, um dem aufstrebenden Stern am Mischpult einige Fragen zu stellen.

 


SUMO: Man kennt dich unter dem Namen „DJ Funkydelic“. Kannst du uns etwas über den bürgerlichen Namen, das Alter und den gelernten Beruf der Person sagen, die sich hinter diesem Künstlernamen verbirgt?

DJ Funkydelic: Mein Name ist Mario Denz. Ich bin 25 Jahre alt. Gelernt habe ich ursprünglich Kaufmann, ganz simpel.

SUMO: Du kommst aus Baden in der Schweiz, Kanton Aargau, nahe der deutschen Grenze.

DJ Funkydelic: Genau, und jetzt momentan lebe ich in Berlin.

SUMO: Wie kommt man darauf, DJ zu werden und wann hast du als DJ begonnen?

DJ Funkydelic: (lacht) Ja, wie kommt man drauf? Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man die Liebe zur Musik hat. So kam ich eigentlich auch dazu, dass ich viele DJs auch in Clubs beobachtet habe und mich immer gefragt habe, warum sie gerade eine solche Musik spielen und nicht eine andere. Durch mein Musikwissen und meine Liebe zur Musik kam ich dazu, mir Platten zu kaufen und aufzulegen. Das Ganze ist schon lange her, als ich so ungefähr 16 Jahre alt war, hat das alles begonnen.

SUMO: Wie würdest du deine Musik genau bezeichnen?

DJ Funkydelic: Das ist schwierig, weil es für mich gute Musik und die andere gibt. (schmunzelt). Ich komme aus dem Hip-Hop Bereich, aber beschränke mich nicht gerne. Ich lege momentan am liebsten Dubstep auf, aber ich lasse mich eben nicht gerne beschränken. Grundsätzlich brauche ich Jazz und Soul in der Musik, egal in welcher Richtung. Für mich muss einfach das Gefühl in der Musik stimmen.

SUMO: Hast du schon eigene Tracks geschrieben?

DJ Funkydelic: Nee, bin aber momentan gerade dabei, an meinen ersten Veröffentlichungen zu arbeiten und hoffe, dass die am Ende des Jahres so weit sind.

SUMO: Bist du gerne in Österreich? Wie findest du das österreichische Publikum?

DJ Funkydelic: Ich bin sehr gerne in Österreich, mir gefällt es hier. Das österreichische Publikum habe ich bisher immer sehr offen, partyfreudig und freundlich kennen gelernt. Manchmal vielleicht auch etwas verklemmt, aber das kenne ich auch aus der Schweiz, von dem her ist es mir eigentlich sehr sympathisch.

SUMO: Woher kommt der Name „Funkydelic“? Hat er etwas mit der afroamerikanischen Funkband „Funkadelic“ zu tun?

DJ Funkydelic: Grundsätzlich hat es sehr wenig mit dieser Band zu tun, obwohl ich die Band sehr verehre und auch schon lange Zeit höre. Ich werde auch gerne falsch geschrieben, so wie diese Band sich schreibt. Funkydelic kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie das „Nicht Normale“, das „Spezielle“, das „Unübliche“. Es passt eigentlich sehr gut zu mir, weil ich Hip-Hop auflege und trotzdem einen breit gestreuten Mix mache. Es ist eben nicht so üblich, was ich mache.

SUMO: Hast du irgendwelche Vorbilder?

DJ Funkydelic: Grundsätzlich lasse ich mich gerne inspirieren von Menschen, auch von vielen Freunden, die im Musikbereich tätig sind. Ein spezifisches Vorbild gibt es für mich eigentlich nicht.

SUMO: Warum bist du von Baden in der Schweiz nach Berlin umgezogen?

DJ Funkydelic: Das ist ganz einfach (lacht). Baden ist eine Stadt mit sechzehntausend Einwohnern. Da kam ich sehr schnell nach wenigen Jahren an meine Grenzen.  Dort habe ich kulturell sehr viel veranstaltet und gemacht. Ich habe eine Veränderung gebraucht und mir lange überlegt, ob ich mir in der Schweiz eine andere Stadt suchen soll, wie etwa Zürich oder Bern oder was auch immer. Ich kam dann aber zu dem Entschluss, dass ich dort sehr schnell wieder am gleichen Punkt sein würde. Ich kenne halt schon sehr viele Leute in Berlin, ich gehe seit sieben Jahren nach Berlin und habe da schon einen so großen Freundeskreis, dass es für mich der nächste logische Schritt war.

SUMO: Was versteht man genau unter dem Party-Label „Rott on Quality“?

DJ Funkydelic: „Rott on Quality“ haben wir vor vier Jahren mal ins Leben gerufen. Es ist eigentlich so entstanden, dass wir Donnerstagabend immer Veranstaltungen gemacht haben, mit dem Ziel, für einen schmalen Taler (zum günstigen Preis) möglichst qualitativ hochwertige Musik zu bekommen. So setzt sich eigentlich auch der Name zusammen: „Rotten“ ist ja sehr negativ belastet – abartig, schon fast schlecht. Das bezieht sich auf den Eintrittspreis, und die „Quality“ ist auf die Musik zurückzuführen.

SUMO: Welche Nachteile und Vorteile bringt das Leben eines bekannten DJs mit sich?

DJ Funkydelic: Bekannt würde ich mich jetzt nicht sehen (lacht). Aber was sind die Vorteile? Man kommt viel rum, lernt viele Leute kennen. Gleichzeitig ist man als DJ aber auch einer der einsamsten Menschen auf der Party, man ist der Erste im Club und der Letzte der geht. Man muss sich auch sehr viel von lieben betrunkenen Gästen anhören. Das hat schöne Seiten, ist schlussendlich aber auch ein harter Job, der gemacht werden muss.

SUMO: Würdest du den Job für eine Frau aufgeben?

DJ Funkydelic: (Lacht abermals) Ich habe eine Frau, aber nein, die Musik ist mein Leben, sie gehört immer zu mir. So muss auch meine Frau dazu stehen und es auch mögen und unterstützen können.

SUMO: Was sind deine Tipps an angehende DJs?

DJ Funkydelic: Meine Tipps sind: Lasst euch nicht von irgendwelchen Medienhypes beeinflussen, sondern sucht euch euren eigenen Platz und überlegt euch: Was will ich machen? Warum bin ich DJ? Denn diese gibt es wie Sand am Meer, deshalb muss man sich heutzutage irgendwie abgrenzen und etwas Spezielles machen. Ich glaube, das Wichtigste ist wirklich, dass man über die Liebe zur Musik seinen Weg findet und dazu steht, sich nicht verkauft. Und dann fleißig üben. (lacht)

von Thomas Lettner

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