
Fette Brote sterben nicht
Text: Sandra Hinzmann | Mi 22. Dez 2010
Trotz Tagen wie diesen werden die drei Energiebündel von „Fettes Brot“ aus ihrer Kreativitätspause zurück sein. Bevor sie sich jedoch in den hoffentlich nicht lang andauernden Vorruhestand verabschiedete, gab die Band noch ein letztes mitreißendes Konzert im Wiener Gasometer.
Nordisch by Nature
Nachdem am 12.12.2010 KraftKlub, die Vorband von Fettes Brot, in der Planet.tt-Konzerthalle dem Publikum schon ordentlich eingeheizt hatte, ging es nach einer kurzen Pause kraftvoll weiter mit dem Hauptact. Mit „Nordisch by Nature“, einem ihrer ersten Hits, brachte Fettes Brot gleich zu Beginn die Halle zum Toben. Auch bei ihrem nächsten Chart-Stürmer „Bettina“ blieb kein Fuß auf dem Boden. Die Hamburger Hip-Hopper steckten bei ihren Nr. 1-Hits die vollgestopfte Konzerthalle mit ihrer unbändigen Energie an.
Ruhige Töne und gewagte Sprüche
Neben ihren vielen Hits wie „Emanuela“, „Schwule Mädchen“ und „Jein“ kamen aber wie immer auch protzige Sprüche und kreative Einlagen nicht zu kurz. So hauten die drei Norddeutschen dem Publikum sinnlose aber amüsante Sprüche um die Ohren und beeindruckten – trotz ihren inzwischen knapp 40 Jahren – die Zuschauer mit rockigen Tanzeinlagen.
Dem erprobten Fan-Ohr fehlten diesmal aber gewohnte Hits wie der „Ein-Euro-Blues“ zum abrocken. Stattdessen schlugen die Brote bei ihrem Abschiedskonzert in Wien eher ruhigere Töne an. Mit eher unbekannten Songs kam es kurzzeitig fast schon zu einer bedrückten Stimmung, die aber schnell durch den nächsten Partykracher wettgemacht wurde.
Trotz der kurzzeitigen Lethargie war das Konzert im Gasometer ein unglaubliches Abschiedskonzert. Das Publikum tanzte so wild, dass sich die Konzerthalle bald in einen Gaskessel verwandelte und gröhlte so laut, dass die Band noch zweimal unter „Zugabe“-Rufen zurück auf die Bühne kam.
Nach dem letzten Burner „Schwule Mädchen“ sah man in der Planet.tt-Halle nur noch verschwitzte, aber glückliche Gesichter. Aber das ist man von Fettes Brot ja bereits gewohnt.
Jedes Brot hat ein Ende
Wer sich auch einmal Fettes Brot live und voll auf die Ohren geben will, der muss sich allerdings noch gedulden. Die Hamburger Band hat nämlich eine kreative Pause angekündigt. Doch das hat noch lange nichts Schlimmes zu heißen. Wir hoffen, dass die Brote in dieser Zeit neue, fantastische und mitreißende Kracher schreiben werden und auch Österreichs Großstädte mit ihren einmaligen Konzerten beglücken.
Wer sich Fettes Brot trotzdem live geben will, dem werden die beiden Live-CD‘s „Fettes“ und „Brot“ wärmstens empfohlen. Hier hat man auf über 2 Stunden alle bekannten und weniger bekannten Hits der Band. Die Alben beinhalten nicht nur die Songs, sondern auch alle flotten Sprüche, die während der Konzerte mitgeschnitten wurden. Durch die super Qualität der Songs hat man nebenbei noch das Gefühl, direkt vor der Bühne mitzurocken.
Foto: Krissi Höller
