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Ist Kampfsport nur was für Männer?

Siegerpodest_Friedrich-KlingerGerade ist Desirée Klinger von einem großen Judoturnier aus Prag zurückgekommen, wo sie den neunten Platz erreicht hat. Die 18-jährige Vorarlbergerin besucht den fünfjährigen Leistungszweig des Sportgymnasiums Dornbirn und ist eine starke Gegnerin in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm.

 

Wie Judo überhaupt entstanden ist

Der Begriff Judo kommt aus dem Japanischen und bedeutet „sanfter Weg“. Jigoro Kano war ein schmächtiger Student, als ihn 1882 ein deutscher Professor in Tokio empfahl, eine Kampfsportart zu lernen. Er begann mit Jiu Jitsu – einer Art der Selbstverteidigung. Als er bemerkte, dass er gegen starke Gegner trotzdem nicht gewinnen konnte, entwickelte er seinen eigenen Stil. Sein Ziel war es, den Gegner mit seiner eigenen Kraft zu schlagen. Dies war die Geburtsstunde des Kampfsportes Judo.

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Inzwischen ist Judo als eine olympische Disziplin anerkannt und zudem neben Segeln die erfolgreichste Sommersportart in Österreich. Die Österreicher Peter SeisenbacherLudwig Paischer, Sabrina Filzmoser und Claudia Heill konnten bei olympischen Spielen schon Medaillen holen. Bei allen großen Turnieren und Meisterschaften ist Japan ein fast übermächtiger Gegner, denn dort ist Judo in fast allen Schulen ein Pflichtfach.

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Ein übermächtiger Gegner will auch Desirée Klinger einmal werden und übt deshalb fleißig. Was es wirklich heißt, Leistungssportlerin zu sein und wie sie darauf gekommen ist , ausgerechnet eine Kampfsport auszuüben: SUMO hat die Antworten im Interview.




Früh übt, wer einmal eine große Kämpferin werden will

SUMO: Wie bist du zur Sportart Judo gekommen?

Desirée Klinger: Mein Vater hat in seiner Jugend ebenfalls Judo gemacht und ich habe bereits im Kindergarten gerne gekämpft. Deshalb war es später keine schwere Entscheidung, was meine neue Lieblingssportart wird. Ich habe bereits mit sechs Jahren mit Judo angefangen. So konnte ich mir auch bei meiner älteren Schwester den nötigen Respekt verschaffen (lächelt). Schon damals konnte man den Judoclub in Hohenems so quasi mein „zweites Zuhause“ nennen. 

SUMO: Welche Farbe hat dein Gürtel?

Desirée Klinger: Ich habe derzeit den ersten Kyu (Braungurt) was der letzte Schülergrad ist. Jetzt strebe ich den ersten Meistergrad (erster Dan) an. Der Meistergrad beginnt mit fünf schwarzen Gürteln und danach können noch Gürtelprüfungen für weitere fünf rot/rot-weiße Gürtel gemacht werden, mit denen man dann die höchste Stufe im Judo erreichen kann. 

SUMO: Wie oft trainierst du in der Woche?

Desirée Klinger: Ich trainiere im Sport-Gymnasium in Dornbirn  viermal am Vormittag (vorwiegend Kraft) und am Abend noch weitere viermal Technik und Randori (Kämpfen). Verschiedene internationale Trainingslager sind notwendig, um national, wie auch international mithalten zu können. Mein Lebensmotto lautet schließlich: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!

SUMO: Hast du Lieblings-Judotechniken?

Desirée Klinger: Ich habe eine spezielle, sehr erfolgreiche Umdrehtechnik am Boden und Harai Gosh i (Hüftwurf) als meinen Spezialwurf. Aber ansonsten freue ich mich immer, wenn ich neue Techniken lernen kann und fixiere mich nicht auf etwas Bestimmtes.

SUMO: Hat dir Judo schon mal im Alltag geholfen? Hast du dich schon einmal verteidigen müssen?

Desirée Klinger: Nun, Judo gibt einem viel Selbstvertrauen und durch diese Sicherheit werden mögliche Angreifer schon im Vorhinein abgehalten. Angst vor potenziellen Angreifern habe ich jedenfalls nicht. Nicht umsonst werde ich von meiner Schwester liebevoll „The Machine“ genannt (grinst).

SUMO: Wie viele Medaillen und Pokale hast du bereits gewonnen?

Desirée Klinger: Puuh kann ich gar nicht sagen, aber Papa musste gerade ein neues Regal anbringen…

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SUMO: Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Desirée Klinger: Die Staatsmeisterschaft im nächsten Jahr und die Qualifikation für die Europameisterschaft 2012! Diese Ziele will ich unbedingt erreichen und trainiere deshalb hart dafür.




SUMO: Findest du, dass bei Judo die Männer dominieren?

Desirée Klinger: Nein! Neben  Ludwig Paischer gehört Sabine Filzmoser  zur absoluten Weltspitze. Im Union 20-Bereich sind die beiden Tirolerinnen Bernadette Graf und Kathrin Unterwurzacher derzeit in Europa dominierend. Judo ist also ein Sport für Männer und Frauen. Auf jeden Fall für alle, denen Ballet, Yoga oder Golf zu langweilig ist. 

SUMO Tipp:

Judo wird übrigens auch als Freifach an der FH St. Pölten in Kooperation mit der St. Pöltner Zweigstelle des Kremser  Judo-Raika-Vereins Judo-Raika-Vereins angeboten. Für nur 20 Euro pro Semester können Interessenten jeden Mittwoch und Donnerstag von 19.00 – 20.30 Uhr in der HLW Halle trainieren.

Mehr Informationen unter:  http://www.fhstp.ac.at/campus/campuslife/campussport/angebot/detail-judo

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