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Schinkels im Fußball-Talk

schinkelsDie Herbstmeisterschaft hatte einige Überraschungen zu bieten. Ried wurde Herbstmeister, dahinter die vier Titelanwärter Sturm Graz, Red Bull Salzburg, Austria Wien und Rekordmeister Rapid. Im SUMOmag.at Exklusiv-Interview wagt der bisher letzte Meistermacher der Wiener Austria Frenkie Schinkels einen Ausblick auf das spannende Fußball-Frühjahr.

Wie bewertest du die eisige Wintertransferzeit und das Erfolgspotenzial der Neuverpflichtungen?

Die Haupttitelanwärter haben sich verstärkt. Der eine mehr, der andere weniger. Red Bull Salzburg hat gezeigt, dass sie unbedingt Meister werden wollen und dafür hat Mateschitz noch einmal seine Geldbörse geöffnet. Mit dem Vittek-Transfer hat sich Salzburg zwar blamiert, aber dennoch ein klares Zeichen gesetzt. Austria und Rapid arbeiten weiterhin zukunftsorientiert und wollen sich mit talentierten jungen Spielern langfristigen Erfolg sichern. Im Gegensatz dazu hat Sturm Graz mit Patrick Wolf einen gestandenen geholt, der sofort Erfolg garantieren soll. Und Herbstmeister Ried? Die finden es gut so wie es ist. Ganz anders bei Schlusslicht LASK: Die wollen unbedingt vom letzten Platz weg und haben zahlreiche neue Spieler verpflichtet, um dieses Ziel doch noch zu erreichen. Die Kontrahenten im Abstiegskampf Mattersburg und Kapfenberg bauen weiterhin auf Kontinuität.

Was dürfen sich die Fußballfans von der nun gerade erst angebrochenen Frühjahrsmeisterschaft erwarten?

Sehr viel! Es können fünf Mannschaften Meister werden. Ried, Red Bull Salzburg, Austria, Rapid und Sturm. Das bleibt bestimmt ein spannender Kampf bis zum Schluss. Auf der anderen Seite stecken zweieinhalb Teams im Abstiegskampf:  Schlusslicht Lask, Mattersburg und auch Kapfenberg sollte sich noch nicht im sicheren

Was hast du dir von den Auftaktspielen erwartet?

Action von der ersten Minute an. Austria musste Ried schlagen, um ein klares Signal zu setzen. Rapid hätte unbedingt einen guten Start gebraucht und müssen nach der Niederlage von nun an alles geben, um im Meisterschaftskampf dabei zu bleiben. Salzburg stand von Beginn an unter Druck, ließ aber Punkte liegen. Im bevorstehenden Duell Salzburg gegen Rapid könnte daher die Dramatik nicht höher sein.  Und für die Kellermannschaften heißt es weiterhin von der ersten Minute an kämpfen, kämpfen und kämpfen.

Feiert Ried seinen ersten Meistertitel in der höchsten Liga?

Nein. Die Qualität der vier österreichischen Top-Vereine ist weit größer. Meiner Meinung nach lässt sich das mit einem Marathonrennen vergleichen: Ried war wie bei einem Marathonlauf der klassische Vorläufer. Im Finish müssen sie jedoch der Top-Gruppe weichen. Dennoch ist ein internationaler Startplatz für den Erfolgsclub aus Oberösterreich auf jeden Fall drinnen.

Schlägt das Abstiegsgespenst schon frühzeitig zu?

Nein. Der Abstiegskampf ist noch lange nicht entschieden. Beim LASK lodert eine neue Flamme der Hoffnung auf, die durch die vielen Neueinkäufe entfacht wurde.  Mattersburg und Naumoski darf sich trotz des Auftaktsieges keinen Fehler erlauben. Kapfenberg sollte zwar trotz Derbyniederlage mit Großeinpeitscher Werner Gregoritsch nichts mehr zu tun haben. Die Frage ist nur, wann Gregoritsch die Kraft ausgeht...

Bühne frei für die jungen Wilden. Wer könnte sich im Frühjahr ins Rampenlicht spielen?

An die Neuerwerbung Koch bei Austria Wien werden auf jeden Fall hohe Erwartungen gestellt. Auch Nuhiu muss seine Entwicklung bei Rapid weiter fortsetzen, seine Tore machen und schrittweise mehr Verantwortung in der Mannschaft übernehmen. Interessant wird auch sein, wie sich die jungen Rapid-Neulinge beim Wiener Top-Klub durchsetzen und wie der Weg vom Sohn von Kapfenberg-Trainer Gregoritsch weitergehen wird...

War der Kader von Didi Constantini für das Spiel gegen dein Geburtsland Holland nachvollziehbar?

Also großteils war er schon nachvollziehbar. Persönlich halte ich Martin Stranzl noch für einen logischen Kandidaten, da er bei Gladbach Woche für Woche akzeptable Leistungen erbringt. Wenn Helge Payer nun wieder die Nummer Eins bei Rapid ist, wird auch er wieder interessant für das Nationalteam. Ansonsten liegt die Wahrheit auf dem Platz. Die Spieler müssen sich mit kontinuierlich guten Leistungen aufzwingen. Dann wird sich auch der Teamchef ihren Namen in seinem Notizbuch notieren.

Welche Erwartungen hast du von der Nationalmannschaft für die Europameisterschaftsqualifikation?

Ich erwarte mir, dass man durch die im Herbst neu entfachte Euphorie mit einer breiten Brust in die nächsten schweren Aufgaben geht. Entscheidend wird dabei sein, dass sich die Mannschaft selbst Großes zutraut. Man hat den 12. Mann wieder auf seiner Seite und muss diesen nun auch pflegen und ihm etwas zurückgeben. Die Mannschaft muss sich jetzt spielerisch weiterentwickeln, um gemeinsam den nächsten Schritt in die richtige Richtung machen zu können.

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