Bild: Mirjam Schwarz in Auftrag an KI-Programm Lexica: „Künstliche Intelligenz im Hörsaal an einer Universität mit Studenten. Einige Studenten haben Laptops vor sich, die visuell miteinander verbunden sind.“ am 20.12.2023, 14:32
Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt die Hörsäle und gestaltet die Beziehung zwischen Studierenden und Lehrenden von Grund auf neu. Ein Blick auf innovative Bildungsansätze im Hörsaal zeigt die Chancen und Risiken der KI-Revolution am Campus.
von Mirjam Schwarz & Lena Wagner
ChatGPT und die Evolution der Hochschulbildung
Einst von Tafel und Kreide dominiert, erlebt der Hörsaal aktuell durch die Integration künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT einen bemerkenswerten Wandel. Schon vor der Corona-Pandemie prägte die Digitalisierung den Bildungsbereich, doch die Notwendigkeit virtueller Formate in Zeiten von sozialer Distanz verstärkte diese Entwicklung. Nun jedoch zeichnet sich eine neue Ära ab, die den Hörsaal nicht nur weiter digitalisieren, sondern mit KI auch revolutionieren kann.
Von automatisierten Bewertungssystemen bis zu maßgeschneiderten Lernansätzen bieten KI- Technologien innovative Perspektiven, die man sich 2022 in dieser Breite noch nicht vorzustellen vermochte. Jene Transformationen erfolgen in einem erstaunlich kurzen Zeitraum – erst seit knapp eineinhalb Jahren steht ChatGPT am Markt zur Verfügung. Dennoch hat diese Technologie bereits erhebliche Auswirkungen auf das Hochschulleben gehabt und wird weiterhin starke Veränderungen.
Neue Horizonte im Hörsaal
Die KI macht den Hörsaal nicht nur digitaler, sondern auch persönlicher: Wie funktioniert Künstliche Intelligenz noch einmal? KI generiert Wissen aus dem Wissen, das der Mensch der KI gibt. Dieser Mechanismus kann auch für einfacheres Lernen genutzt werden. Eine Anwendung, die das Ziel „individuelles Lernen“ verfolgt, sind sogenannte Learning Analytics (LA). Lernende stellen hierbei der KI Daten und Unterlagen zur Verfügung, wodurch persönliche Fehlermuster und einzelne Kompetenzlevel identifiziert werden können. Anhand dieser Datenauswertung generiert die KI-Anwendung LA angepasste Aufgaben, um individuelle Wissenslücken zu füllen. Mit diesem Mechanismus können Lernende unterstützt, Lehrende entlastet und die Unterrichtsqualität verbessert werden.
Risiko-Regulation
All den Potenzialen stehen auch ernstzunehmende Risiken gegenüber. Daten- und Persönlichkeitsschutz sind zentrale[1] Anliegen, die die Einbindung der KI in Bildungsangebote mit sich bringt. Um KI benutzerdefiniert nutzen zu können, bedarf es der Speicherung und Generierung sensibler Daten. Der Umgang mit diesen Daten, insbesondere durch Algorithmen, birgt die Gefahr der ungewollten Offenlegung. Für einen kontrollierten Einsatz von künstlicher Intelligenz ist eine sorgfältige rechtliche und ethische Regulierung erfordert.[2] Eine weitere Herausforderung besteht in der möglichen Homogenisierung von Wissen. KI globalisiert Bildung – die Vielfalt einzelner Hochschullandschaften könnte verloren gehen.
[1] Mirjam Schwarz in Auftrag an KI-Programm chat.openai.com: „Schlag mir ein Synonym für „wichtig“ vor.“ Am 28.02.2024, 17:32
[2] Lena Wagner im Auftrag an KI-Programm chat.openai.com: „Fasse diesen Satz in zwei verständliche Sätze zusammen: Der Umgang mit diesen Daten, insbesondere durch Algorithmen, birgt die Gefahr der ungewollten Offenlegung sensibler Informationen, was eine sorgfältige rechtliche und ethische Regulierung erfordert.“ am 29.02.2024, 10:08
Gleiche Möglichkeiten für alle?
Der Kostenaspekt für KI-Anwendungen wirft die Frage auf, ob neue Möglichkeiten am Campus auch einen fairen Zugang für alle schaffen. Eine Veränderung stellt die Kommerzialisierung von ChatGPT 4.0 dar. Eine geringere Fehlerquote sowie neue Features wie künstliche Bildgenerierung unterscheiden die neue Edition von der kostenfreien. Mit der verbesserten Software-Version ChatGPT 4.0 fallen Kosten von rund 20 € pro Monat an. Die Monetarisierung des KI-Dienstes kann den Zugang zu diesen neuen Technologien und dem daraus generiertem Wissen einkommensbezogen beschränken. Dies gibt Anlass zur Diskussion, inwieweit der Einsatz von KI im Hörsaal zu einer weiteren Kluft zwischen Arm und Reich führen wird. Um eine gerechte und inklusive Implementierung von KI in der Hochschulbildung zu gewährleisten, müssen Aspekte wie die finanzielle aktiv bearbeitet werden.
Virtuelle Tutor:innen: Neue Modelle für die Zukunft
Neben automatisierten Verwaltungsaufgaben und KI-erstellten Stundenplänen ermöglicht die KI auch für Dozent:innen attraktive Möglichkeiten. Laut Gerhard Kürner, CEO und Gründer der KI-Software 506.ai könnten Lehrende bald realistische Abbilder von sich selbst erstellen, die nicht nur ihre Stimme und Gestik, sondern auch ihr Wissen und individuelle Lehrmethodik authentisch widerspiegeln. Diese virtuellen Avatare könnten zu jeder Zeit auf allen Universitäten der eingesetzt werden, um den Studierenden gezielte Inhalte über die Grenzen der eigenen Hochschule zu bieten. Die Vision „Virtuelle Tutor:innen“ bietet einen neuen Ansatz der Wissensvermittlung für Studierende und eröffnet für Dozent:innen ein ansprechendes[1] Einkommensmodell.
[1] Mirjam Schwarz in Auftrag an KI-Programm chat.openai.com: „Schlag mir ein Synonym für „attraktiv“ vor.“ m 01.03.2024, 12:01

am 20.12.2023, 14:41

am 20.12.2023, 15:02
Grenzenlose KI
Künstliche Intelligenz bringt eine Reihe an Möglichkeiten und Herausforderungen in den Hörsaal. Datenschutzrechtliche, finanzielle und ethische Aspekte bedürfen einer noch nicht existenten Regulation. Trotz der Risiken eröffnet die künstliche Intelligenz effiziente Methoden, für Student:innen sowie Dozent:innen, die die Generierung von Wissen schneller, einfacher und individueller machen können. Die verantwortungsbewusste Nutzung dieser Technologie macht KI zu einem vielversprechenden Werkzeug mit unübersehbaren Chancen für das Bildungssystem, das die Grenzen des Möglichen neu definiert.
Über die Autorinnen

Mirjam Schwarz ist 21 Jahre alt und studiert im 4. Fachsemester Medienmanagement an der FH St. Pölten. Sie verbringt ihre Freizeit hauptsächlich im Fitnessstudio und interessiert sich für Politik und Medien.
Kontakt: mm221016@fhstp.ac.at

Lena Wagner befindet sich im 4. Fachsemester des Bachelorstudiengangs Medienmanagement, An der FH St. Pölten kann sie ihr kreatives Potenzial gemeinsam mit wirtschaftlichem Wissen verbinden . Ihre private Zeit füllt sie mit Tanzen, Singen und Schreiben.
Kontakt:mm221023@fhstp.ac.at
